Kurz gesagt

Teilt die Miete gleich auf, wenn die Zimmer ähnlich groß sind und alle ungefähr gleich viel verdienen. Ansonsten wählt eine von drei faireren Regeln, bevor jemand den Mietvertrag unterschreibt:

  • Nach Zimmergröße: Ein größeres Zimmer zahlt einen größeren Anteil.
  • Nach Einkommen: Wer mehr verdient, übernimmt mehr von der Miete.
  • Gleich plus Aufschlag: gleich aufteilen und für das beste Zimmer einen festen Betrag draufschlagen.

Wenn ihr nur die Zahlen braucht: Der kostenlose Mietrechner (auf Englisch) kann all das, auch Paare in einem Zimmer, und erstellt einen Link für eure Mitbewohner. Er läuft im Browser und braucht keine Anmeldung.

1. Miete gleich aufteilen

Teilt die Miete durch die Anzahl der Personen. 2.400 € für drei Mitbewohner sind 800 € pro Person.

Das ist die einfachste Regel: kein Ausmessen, keine unangenehmen Gespräche über Geld. Sie passt gut, wenn die Zimmer ähnlich groß sind und niemand ein eigenes Bad hat. Unfair wird sie, wenn ein Zimmer doppelt so groß ist wie die anderen.

2. Miete nach Zimmergröße aufteilen

Jedes Zimmer bekommt ein Gewicht entsprechend seiner Fläche. Der Anteil einer Person an der Miete ist ihre Zimmerfläche geteilt durch die Fläche aller Zimmer zusammen.

Beispiel: 2.400 € Miete, Zimmer mit 20, 15 und 10 m² (insgesamt 45 m²).

MitbewohnerZimmerAnteilZahlt
Alex20 m²44,4 %1.066,67 €
Sam15 m²33,3 %800,00 €
Jo10 m²22,2 %533,33 €

Die Zimmergröße ist am leichtesten zu begründen, weil jeder ein Zimmer ausmessen kann. Die meisten WGs zählen nur die Schlafzimmer und behandeln Wohnzimmer, Küche und Flur als gemeinsam genutzt.

3. Miete nach Einkommen aufteilen

Jede Person bekommt ein Gewicht entsprechend ihres Monatseinkommens. Alle zahlen denselben Prozentsatz ihres Einkommens.

Beispiel: 2.400 € Miete, Einkommen von 6.000 €, 3.000 € und 3.000 € im Monat. Die Anteile sind 50 %, 25 % und 25 %.

MitbewohnerMonatseinkommenAnteilZahlt
Alex6.000 €50 %1.200,00 €
Sam3.000 €25 %600,00 €
Jo3.000 €25 %600,00 €

Das ist fairer, wenn jemand deutlich weniger verdient, setzt aber voraus, dass alle ihr Gehalt offenlegen. Nutzt diese Methode nur, wenn alle damit einverstanden sind.

4. Gleich aufteilen, plus Aufschlag für das beste Zimmer

Wenn euch das Ausmessen zu umständlich ist, teilt gleich auf und bepreist die Extras direkt. Ein eigenes Bad, ein begehbarer Kleiderschrank oder der einzige Parkplatz bekommen jeweils einen festen Aufschlag, der Rest der Miete wird wie gewohnt geteilt.

Beispiel: 2.400 € Miete für drei Personen. Alex hat ein eigenes Bad und zahlt deshalb 150 € mehr als die anderen; die übrigen 2.250 € werden gleich aufgeteilt.

  • Alex: 750 € + 150 € = 900 €
  • Sam: 750 €
  • Jo: 750 €

Die drei Beträge ergeben weiterhin 2.400 €. Ein Rabatt funktioniert genauso: Für ein Zimmer ohne Tür oder mit lauter Wand gebt ihr einen Betrag an, der weniger gezahlt wird.

Welche Methode passt zu euch?

Einigt euch auf die Regel, bevor der Mietvertrag unterschrieben ist, solange noch niemand weiß, wer welches Zimmer bekommt. Wählt die Regel, die zum größten Unterschied zwischen euch passt:

  • Die Zimmer sind sehr unterschiedlich: Zimmergröße (der Rechner kann ein eigenes Bad auch als zusätzliche Fläche zählen).
  • Die Einkommen sind sehr unterschiedlich: Einkommen.
  • Ein Zimmer hat einen klaren Vorteil: gleich plus Aufschlag.
  • Es gibt kaum Unterschiede: gleich.

Egal welche Regel: Rundet auf ganze Cent und achtet darauf, dass die Anteile zusammen die volle Miete ergeben. Der Rechner verteilt übrige Cent so, dass die Summe nie zu niedrig ist.

Ein- oder Auszug mitten im Monat

Rechnet mit einem Tagessatz. Teilt den Monatsanteil der Person durch die Tage im Monat. Beginnt ein Anteil von 800 € am 21. eines Monats mit 30 Tagen, sind das 10 Tage, also 800 € × 10 ÷ 30 = 266,67 € für diesen Monat.

Zieht jemand aus, teilt die volle Miete ab diesem Tag neu unter den Verbleibenden auf und schreibt die neuen Beträge auf, damit alle dieselben Zahlen haben.

Eine Nachricht für den Gruppenchat

Bevor wir unterschreiben: Können wir festlegen, wie wir die Miete aufteilen? Insgesamt sind es 2.400 €. Ich schlage vor, nach Zimmergröße zu teilen, damit das größere Zimmer etwas mehr zahlt. Das wären: Alex 1.066,67 €, Sam 800,00 €, Jo 533,33 €. Die Miete geht bis zum 1. an mich, und ich überweise sie an den Vermieter. Passt das für euch?

Wenn ihr das früh schriftlich festhaltet, ist es eine gemeinsame Entscheidung und kein Gefallen, um den später jemand bitten muss.

Wer zahlt an den Vermieter, und wie bekommt man das Geld zurück?

Oft steht nur eine Person im Mietvertrag oder überweist an den Vermieter. Diese Person streckt das Geld für alle vor. Vereinbart also einen Termin, etwa den 1., und einen Zahlungsweg. Sind die Zahlungsdaten bereits gespeichert, muss niemand jeden Monat nach der Kontoverbindung fragen. Wie das geht, steht in Zahlungsdaten automatisch ausfüllen.

Die Miete ist der große Betrag, aber Streit entsteht meist bei Nebenkosten, Einkäufen und Essensbestellungen. Gemeinsame Kassenbons könnt ihr Posten für Posten aufteilen, und wer die App nicht hat, kann seinen Anteil trotzdem über einen Link sehen.

Ein gemeinsamer Überblick

Ich habe Splitceipt gebaut, damit eine Gruppe alle gemeinsamen Kosten an einem Ort festhalten kann. Fügt eure Mitbewohner zu einer Gruppe hinzu, tragt Miete und Rechnungen ein, sobald sie anfallen, und die Salden zeigen, wer wem was schuldet. Die App ist kostenlos, und die Aufteilung der Miete könnt ihr vorher mit dem Rechner prüfen (auf Englisch).